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Verpackungspflichten in Ungarn (2026)

Geprüft am: 2026-09-01

Entwurf
1 dokumentierte PflichtBevollmächtigter: situationsabhängig1 Anbieter →
Rechtlicher Rahmen (EU & national)
EU-Rahmen: 
PPWR (EU) 2025/40, gilt seit 12.08.2026
National: 
Abfallgesetz (Gesetz CLXXXV von 2012, ,Ht.') mit Konzessionsmodell; Regierungsverordnung 80/2023 (III. 14.) über die detaillierten Regeln des EPR-Systems; Regierungsverordnung 450/2023 (X. 4.) zum Pflichtpfandsystem (DRS); EPR-Gebührensätze per Ministerverordnung (Erhöhung zum 01.10.2025, Sätze für 2026 verkündet)

Ungarn betreibt seit 01.07.2023 ein Konzessionsmodell: MOHU MOL Hulladékgazdálkodási Zrt. erfüllt als Konzessionsgesellschaft die EPR-Pflichten kraft Gesetzes kollektiv für alle Gyártó (,kollektive Erfüllung'); individuelle Erfüllung ist nur für einzelne Produktströme (Elektrogeräte, Industrie-/Fahrzeugbatterien, Fahrzeuge) möglich – nicht für Verpackungen. Es gilt eine doppelte Registrierung: zuerst im MOHU-Partnerportal, danach bei der országos hulladékgazdálkodási hatóság (nationale Abfallwirtschaftsbehörde, angesiedelt beim Komitatsamt Pest). Die frühere Umweltproduktabgabe (környezetvédelmi termékdíj) wurde für Verpackungen zum 01.01.2025 abgeschafft (nur Kunststofftragetaschen bleiben als ,sonstige Kunststoffprodukte' abgabepflichtig); seither ist die EPR-Gebühr die zentrale Abgabe. Für Getränke in Einwegverpackungen (0,1–3 l) gilt zusätzlich das Pflichtpfandsystem (DRS) über MOHU (REpont).

Verpackungs-EPR: MOHU- und Behördenregistrierung plus EPR-Gebühr (Ungarn)

Wer verpackte Waren auf den ungarischen Markt bringt – ausdrücklich auch aus dem Ausland per E-Commerce direkt an ungarische Haushalte oder sonstige Nutzer –, gilt für die Verpackung als Gyártó (Hersteller) und muss sich vor Aufnahme der Tätigkeit im MOHU-Partnerportal und anschließend bei der nationalen Abfallwirtschaftsbehörde registrieren, vierteljährlich Mengen je KF-Code melden und die EPR-Gebühr an MOHU zahlen.

Bevollmächtigtersituationsabhängig
FristenRegistrierung (erst MOHU, dann Behörde) VOR dem ersten Inverkehrbringen; ohne Registrierung wird die EPR-Gebühr rückwirkend fällig, bei fortdauerndem Verstoß droht neben dem Abfallwirtschaftsbußgeld die Untersagung des Inverkehrbringens (Sanktionsrahmen: Regierungsverordnung 156/2025 (VI. 23.)). Datenmeldung vierteljährlich bis zum 20. des Folgemonats (kisgyártó und landwirtschaftliche Urerzeuger: jährlich bis 20.01.); Zahlung binnen 15 Tagen nach MOHU-Rechnung; Datenänderungen sind binnen 2 Arbeitstagen zu melden.
KostenEPR-Gebühr je kg nach Ministerverordnung, eingezogen von MOHU (vierteljährliche Rechnung; Beträge unter 1.000 HUF werden kumuliert). Zum 01.10.2025 wurden mehrere Sätze erhöht (z. B. Glasverpackung 77→107 Ft/kg, Verbundverpackung 168→191 Ft/kg, Holzverpackung 19→22 Ft/kg; Kunststoff-, Metall- und Papierverpackung unverändert); die erhöhten Sätze gelten laut Verkündung auch 2026. Seit 01.01.2025 entfällt die Umweltproduktabgabe für Verpackungen (außer Kunststofftragetaschen).

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Warum betrifft mich das grenzüberschreitend?
Die Übereignung aus dem Ausland als E-Commerce-Dienstleistung an ungarische Haushalte oder sonstige inländische Nutzer zählt ausdrücklich als Inverkehrbringen (§ 16 EPR-Verordnung; MOHU-Merkblatt Pkt. 27.1) – ausländische Onlinehändler sind damit selbst EPR-pflichtig und müssen zwingend über einen meghatalmazott képviselő agieren. Für die MOHU-Registrierung ausländischer Firmen genügen laut Praxisleitfäden Handelsregisterauszug und Bankdokument (Nachweis von Name/Adresse). Eine Bagatellgrenze für ausländische Fernverkäufer ist nicht ersichtlich; Erleichterungen für ,kisgyártó' (Kleinhersteller: keine Behördenregistrierung, jährliche statt vierteljährlicher Meldung) existieren, die genauen Schwellenwerte konnten aber nicht amtlich verifiziert werden. Marktplätze (z. B. Allegro) weisen Verkäufer aktiv auf die ungarischen EPR-Pflichten hin.
Benötigte Unterlagen
  • Handelsregisterauszug und Bankdokument (für die MOHU-Registrierung ausländischer Firmen)
  • Schriftliche Vollmacht des meghatalmazott képviselő (bei Fernabsatz Pflicht)
  • Mengenaufzeichnungen je KF-Code (Basis der Quartalsmeldungen, 5 Jahre Aufbewahrung)
Quellen & Prüfstand

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