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Brauche ich wirklich in jedem EU-Land einen Bevollmächtigten?

Geprüft am 2026-09-01 · Verpackungsrecht (PPWR)

Kurz beantwortet

Wenn du per Fernabsatz direkt an Endkunden in ein EU-Land verkaufst, in dem dein Unternehmen keine Niederlassung hat: nach Art. 45 der EU-Verpackungsverordnung grundsätzlich ja – seit dem 12.08.2026, ohne Bagatellgrenze. Öffentliche Anbieterpreise liegen meist bei rund 250–500 € pro Land und Jahr (mengenabhängig auch darüber, z. B. bis ca. 880 €) – und fallen auch bei Kleinstmengen in voller Grundhöhe an. Keine Pflicht besteht für Länder, in die du nicht direkt lieferst, und in manchen Konstellationen erfüllt bereits ein anderer Akteur (z.B. dein Importeur vor Ort) die Herstellerpflichten.

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Die Wut in den Händler-Communities ist real: bis zu 26 Mandate, 26 Registrierungen, 26 Meldezyklen – eine EU-weite Sammellösung existiert nicht, und schon „ein einzelnes T-Shirt nach Bulgarien“ löst die Pflichten dort aus. Viele Shops streichen deshalb gerade Länder von der Lieferliste. Genau deshalb lohnt die nüchterne Rechnung pro Land statt einer Pauschalentscheidung – oft sind 2–3 Märkte hochprofitabel und der Rest war es nie. Zwei Entwicklungen solltest du dabei im Blick behalten: Auf EU-Ebene wird über eine Entschärfung oder Streichung der Art.-45-Bevollmächtigtenpflicht verhandelt (Stand 09/2026 nicht beschlossen), und einzelne Länder handhaben sie pragmatisch – die Niederlande etwa verlangen unterhalb der Verpact-Schwelle von 50.000 kg derzeit keinen Bevollmächtigten. Verlass dich darauf aber nicht als Freibrief: Formal gilt die Pflicht.

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